ver·sor·gen
Premiere 26/05/2025, Grube[n], Zürich
Bachelor Praxisprojekt von Julia Urech
Audiovisuelle, performative Rauminstallation
Das Diplomprojekt thematisiert die Geschichte von «administrativ versorgten» jungen Frauen in der Schweiz, welche bis in die 1980er-Jahre unter dem Vorwand der Fürsorge aus ihren Familien genommen, in Heime eingewiesen und zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Sie wurden dann meist in Textilfabriken eingesetzt. Im Zentrum steht eine installativ-performative Arbeit, in der Textilien, Stimme und Raum miteinander verwoben werden. Elemente wie das Rattern einer Stickmaschine, schmelzender Wachs, Videoprojektionen und eine Performerin bilden so eine dichte, atmosphärische Installation. Eine Stimme liefert den historischen Kontext und verweist auf systematische Ausbeutung. Gestickte Zitate von Zeitzeuginnen werden auf mit Wachs gehärteten Stoffen sichtbar gemacht. Durch die körperliche Handlung der Performerin wird das Erinnern sinnlich erfahrbar. Die Installation lädt das Publikum dazu ein, sich durch eine Landschaft aus Material, Geschichte und Erinnerung zu bewegen und schafft so ein künstlerischer Akt gegen das Vergessen.
Szenografie, Video, Konzept: Julia Urech
Szenografie, Performance, Konzept: Jennifer Bühler
Text, Konzept: Tanja Spielmann
Sound: Elia Huber
Licht, Video: Konstantin Conrad
Stimme: Anouk Barakat
Zitate aus dem Buch: Schweizer Zwangsarbeiterinnen von Yves Demuth
Mentorat: Anna Papst
Materialien: Textil, Wachs, Stickmaschine, Metallringe, Nylon, Beamer, Wasserfass









